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2. Lauf für Mehrsprachigkeit in Frankfurt - ein Völker-Lauf!

Frankfurt, 28.5.2014

Warum ist etwas, worauf man lange sehnsüchtig wartet bzw. hinarbeitet so schnell vorbei? Hat das mit der Einsteinschen Relativitätstheorie zu tun oder ist es psychologisch besser erklärbar? Wahrscheinlich kann man die Antwort auf diese Frage heutzutage einfach googeln. Doch keine Bange – die nächsten Zeilen sind kein Versuch, irgendwelche pseudo-wissenschaftlichen Erklärungen zu suchen. Wir wollen einfach über den 2. Lauf für Mehrsprachigkeit berichten, der am 25. Mai 2014 mit vielen Teilnehmern und Besuchern, bei tollem Wetter und bester Laune im schönen Niddapark stattfand.

Mit insgesamt nahezu 670 An- und Nachmeldungen zog der bereits zum zweiten Mal stattgefundene Lauf für Mehrsprachigkeit ca. 25% mehr Teilnehmer an als bei der extrem regenreichen Prämiere im Jahr 2013. Doch sehr lange Zeit sah es nicht danach aus: Noch Anfang Mai lag der Anmeldestand trotz breit angelegter Werbemaßnahmen bei niedrigen 150 Anmeldungen und sorgte teilweise für gedämpfte Stimmung im Organisationsteam. Die Tatsache, dass der weit größere und bekanntere Stadtlauf von SportScheck nachträglich auf unseren bereits im September 2013 bei der Volkslauf-Terminvergabebörse gebuchten Termin verschoben worden war, ohne dass eine Möglichkeit der Vermeidung von Terminkollision diskutiert wurde, war sicherlich nicht förderlich. Umso erfreulicher ist es, dass die zahlreichen persönlichen Aufrufe, Tausende von verteilten Flyern, Hunderte aufgehängte Plakate und kräftige Bemühungen seitens der Organisatoren und der Kooperationspartner doch noch ihre Wirkung entfalten konnten und zu einer über Erwartungen liegenden Teilnehmerzahl führten.

Auch der Wettergott zeigte sich in diesem Jahr besonders gnädig und ließ gleich schon am Sonntagmorgen die Sonne über dem Niddapark in ihrem schönsten Glanz erstrahlen. Dort blieb sie auch den ganzen Tag und sorgte bei allen Läufern für einen weiteren Schub der bereits mitgebrachten guten Laune.  Der Regen kam erst am Montagmorgen in großen Mengen zurück. Er wusch die Pfeile und Streckenmarkierungen aus den Parkwegen heraus und verwischte auch die Fußspuren der kleinen und großen Laufteilnehmer. Gut, dass die Läufer da schon seit fast 24 Stunden verschwitzt aber glücklich im Ziel waren!  

Der Lauf für Mehrsprachigkeit wurde in diesem Jahr seinem Namen und seinen inhaltlichen Zielen voll gerecht. Mit insgesamt 39 teilnehmenden Nationen konnte er, was die Internationalität angeht, nahezu das Niveau von großen Stadtmarathons dieser Welt erreichen. Bilinguale Kindergärten und Schulen, Organisationen und Kooperationspartner, die sich mit den Belangen unserer ausländischen Mitbürger befassen, motivierten viele Leute zur Teilnahme am Lauf für Mehrsprachigkeit. Die mehrsprachige Community Frankfurts und des Rhein-Main Gebiets traf sich bei dieser für Sprachvielfalt, Toleranz und Integration einstehenden Veranstaltung, weil sich die Menschen damit stark identifizieren können. Es kamen aber auch einige Freunde von weit außerhalb unserer Region angereist: Berlin, Dachau, Hamburg, Kiel und München – sicherlich keine Selbstverständlichkeit für einen relativ kleinen Parklauf! Zu den Highlights im Teilnehmerfeld zählt z.B., dass eine ganze Delegation der Botschaft und des Generalkonsulats von Venezuela geschlossen am Lauf für Mehrsprachigkeit teilnahm. Der ehrenwerte Botschafter der Bolivarischen Republik Rodrigo Oswaldo Chaves Samudio kam persönlich aus Berlin zu uns und lief über die 5km Strecke mit Erfolg ins Ziel. Eine ganze Klasse der Deutsch-Sprachschüler des Zentrums für deutsche Sprache und Kultur meldete sich an und genoss die schöne Atmosphäre der Veranstaltung – vielleicht tragen diese Menschen den Gedanken des LfM weiter in ihre Heimatländer.

Sehr bewegend war der Moment als plötzlich ein Laufteilnehmer, Thomas Grimm aus Darmstadt, eindeutig ein sehr sportlicher Mann, der bei uns die AK55 über 5km gewann, um das Mikrofon bat und spontan und ohne jegliche Absprachen das zum Ausdruck brachte, wofür der Lauf tatsächlich steht: Er sagte, dass er und seine Familie, die auch sehr erfolgreich am LfM teilnahmen, als Deutsche dankbar seien, so viel Interkulturalität und Vielfalt um sie herum erleben zu dürfen und dass dies ein wertvolles Geschenk sei, mit dem unsere Gesellschaft gut umgehen solle. Volltreffer –  danke, Thomas! Übrigens, stellten Läufer mit Nationalität Deutsch mehr als die Hälfte aller Teilnehmer des Laufs für Mehrsprachigkeit.

Neben dem gerade erwähnten, spontanen Beitrag gab es auch geplante Ansprachen von hochrangigen Vertretern unserer Kooperationspartner. Enis Gülegen (Vorsitzender der Kommunalen Ausländervertretung Frankfurts), Roland Frischkorn (Vorsitzender des Sportkreis Frankfurt) und schließlich auch Stadtrat Markus Frank, der Schirmherr unserer Veranstaltung, lobten das Projekt LfM als ein sinnvolles und besonderes, vor allem in der Förderung des Miteinander von Menschen unterschiedlicher Sprachen und Kulturen. Auch das familienfreundliche Format des Events und die gesundheitsfördernden Aspekte des Laufsports fanden in den Reden Anerkennung. Trotz der hohen Ränge der Redner hielten sie sich an das Zeitlimit für ihre Beiträge und bekamen deshalb die volle Aufmerksamkeit der anwesenden Teilnehmer und Besucher. Der einzige, der zu viel redete, war Batman alias Alexei Zabudkin als Moderator der Veranstaltung. Der zwischenzeitliche Verlust der Stimme nach dem Versuch, die Startwellen von über 200 Bambinis ohne Mikrofon zu ordnen, war ein Tribut. Zum Glück sprang die Superwoman alias Julia Zabudkin als ausgebildete Pädagogin und begnadete Organisatorin ein und sorgte für einen reibungslosen Start der jüngsten Teilnehmer des LfM. Nach einer Weile bekam Batman seine Stimme mit Hilfe von Halspastillen wieder, die von den Vertretern des Roten Kreuzes zur Verfügung gestellt wurden – dies blieb zum Glück der einzige „Rettungseinsatz“ des DRK an diesem Tag :-)!     

Denn die Läufe verliefen reibungslos und man sah ausschließlich glückliche Gesichter der Teilnehmer auf den Strecken und im Ziel. Insgesamt 3 Verpflegungsstationen sorgten beim warmen Wetter für die notwendige Erfrischung und die kräftigen Anfeuerungen der Zuschauer am Streckenrand verhalfen vielen Teilnehmern zu guten Ergebnissen und Bestzeiten. Im Ziel wartete das Obst von Bio-Hopper und die üppig bestückte Kuchentheke. Die Zeiten der Gewinner können sich wirklich sehen lassen: etwas über 17 Minuten benötigte der in der AK45 startende Frank Wiegand von der Eintracht Frankfurt Triathlon für die flache 5km Runde, während Anatoly Dunaev die 10km in 35:48 gewann. Bei den Damen wurde Noémie Claeyssens auf 10km in herausragenden 36:39 Erste. Auf der 5km Runde siegte Maren Grimm, AK45, in knapp 21 Minuten. Für die ersten drei Platzierungen (männlich/weiblich) der Hauptläufe stiftete der Sponsor FASHION ROOMS jeweils wertvolle Etuis von Dolce & Gabbana für Tablets und Smartphones. Die Sieger der Altersklassen erhielten Laufschuh-Gutscheine von Pegasus Sport, dem Laufschuh-Experten im Rhein-Main Gebiet. Auch wenn nicht jeder aufs Treppchen kam, wurde jeder Teilnehmer an diesem Tag Sieger: man hat sinnvolles für seine Gesundheit getan, u.U. den eigenen Schweinehund besiegt, aktiv Zeit mit der Familie verbracht, die wunderbare Atmosphäre der Veranstaltung genossen, neue Freundschaften geschlossen und alte wiedergefunden.  Als einer der Teilnehmer ins Ziel lief und namentlich über die Lautsprecher beglückwünscht wurde, wurde ein anderer Läufer auf ihn aufmerksam und erkannte seinen alten Schulfreund, den er vor über 20 Jahren zum letzten Mal gesehen hatte. Es sind Geschichten wie diese, die verdeutlichen, dass der Lauf für Mehrsprachigkeit Menschen zusammenbringt!  

Ein besonderes Highlight der Veranstaltung war die Anwesenheit und Teilnahme von Irina Mikitenko, der prominenten Botschafterin des LfM und der besten Marathonläuferin Deutschlands, am 10km Lauf. Sie nahm sich den gesamten Vormittag für das Event Zeit und brachte ihren Ehemann und Coach sowie ihre junge Tochter mit, die sich alle sehr wohl gefühlt haben. Vor dem Lauf richtete Irina ein paar motivierende Sätze an das Starterfeld und lief anschließend in einer größeren Gruppe, um sich auch während des Laufs den Teilnehmern als Ansprechpartnerin anzubieten. Viele Sportler, die nicht so schnell wie sie unterwegs waren, hatten anschließend die Gelegenheit, Irina kennenzulernen und mit ihr zu Themen wie Training, Wettkämpfe, Lebensmotto, Bedeutung der sportlichen Aktivität usw. zu sprechen.  

Der LfM ist ein wahrhaftiger Volks- und Völkerlauf und das nicht nur, weil Menschen so vieler Nationen teilnahmen, sondern auch weil das Starterfeld eine sehr große Altersspanne hatte. Der jüngste Teilnehmer ist gerade mal 1 Jahr während der älteste Läufer in der AK70 startete. Mit insgesamt über 300 Bambinis und Schulkindern gelang es der Organisation, die Kinder „vom Sofa zu holen“, was heutzutage nicht unbedingt selbstverständlich ist. Ein großes Lob an dieser Stelle an die Eltern, Erzieher[innen] und Lehrer[innen], die ihre Kids zu einer Teilnahme motivierten. Natürlich verdienen auch die Kinder eine große Anerkennung für ihren sportlichen Einsatz an diesem Tag. Es gibt kaum etwas Schöneres als die große Begeisterung und die leuchtenden Augen der Kinder zu sehen und ihren Geschichten über den gelungenen Wettkampf zuzuhören. Ein Freund berichtete im Nachhinein, dass sein Sohn vor dem Einschlafen am Sonntagabend noch für den Superlauf geschwärmt habe. „Papa, hast du mich rennen sehen?“ fragte er voller Stolz bevor er einschlief. Alle Kids wurden mit Teilnahmeurkunden ausgezeichnet, die Bambinis erhielten zusätzlich von Kooperationspartner Le Jardin selbstgebastelte Medaillen und kleine Finisher-Tüten mit Beigaben. Bei den Schülern erhielten die Top 3 der jeweiligen AK schicke Turnbeutel von Nike. Zusätzlich wurden das schnellste Mädchen und der schnellste Junge mit wertvollen Gutscheinen des Sponsors PEPELOU, des einzigen Kinderfriseurs Frankfurts, belohnt. Eine besondere Ehrung erfuhr die junge bilinguale Alexander-Puschkin-Schule des Vereins Slowo für die zahlreichste Teilnahme einer Klasse am LfM. Die zurecht stolzen Erstklässler und ihr Lehrer, die über die letzten zwei Monate fleißig zusammen trainiert hatten, bekamen handsignierte Trinkflaschen persönlich von Irina Mikitenko überreicht.  

Das Rahmenprogramm rund um die Läufe bekam großen Zuspruch der Teilnehmer und Besucher. Die Erwachsenen konnten sich wie auch schon im letzten Jahr an den Ständen der Kooperationspartner mit Informationen versorgen und ins Gespräch kommen; für die Kinder gab es eine Menge Spiel- und Schminkstationen; Die dynamischen, mit motivierender Musik unterlegten und einfach nur spaßigen Aufwärmeinheiten mit Zumba-Lehrer YouYou ließen niemanden kalt; die spektakulären Tänze der Frauen-Tanzgruppe des Vereins Slowo fesselten die Zuschauer und der schöne Gesang eines jungen Mädchens gegen Ende der Veranstaltung verzauberte die Anwesenden endgültig. Sowohl das tolle Rahmenprogramm als auch die lockere, familiäre Atmosphäre zeichnen den Lauf für Mehrsprachigkeit aus.

Ein besonderer Dank gilt allen Helfern des LfM, ohne die so ein Event unmöglich wäre. Sie standen den Teilnehmern unermüdlich zur Seite und kümmerten sich um die verschiedenen Belange der kleinen und großen Läufer. Bei allen Fragen konnte an Ort und Stelle geholfen werden. Lediglich beim Versuch eines Vaters, seinen 16-jährigen Sohn zum Bambinilauf nachzumelden, blieben die Damen im Wettkampfbüro knallhart beim „Nein“. Der Versuch war allerdings eher als ein Scherz gemeint – als Vater von 5 Kindern dürfe er auch mal durcheinander kommen :-).

Wir bedanken uns bei unseren Sponsoren, privaten Spendern und Kooperationspartnern, mit deren Engagement der 2. Lauf für Mehrsprachigkeit zum Erfolg wurde. Und weil es so schade ist, dass die Veranstaltung viel zu schnell vorüber war, machen wir im nächsten Jahr damit weiter!

Mehrsprachige sportliche Grüße

 

Eure Batman & Superwoman im Namen des LfM-Orgateams

 



Weitere Informationen erfragen Sie bitte bei  |  julia.zabudkin@nezabudka.de